„Es ist uns wichtig, ein attraktives Seminarangebot zu schaffen“

Interview mit Robin Kamprath, Personalentwickler der Stadtverwaltung Hof in Oberfranken

Der „Rhetorik-Führerschein®“ ist das Onlineseminar für gute Kommunikation. Wir helfen Menschen, einfach besser und sicherer zu reden. In der Rubrik „Profis antworten“ interviewt Rede-Denk-Experte Thomas Schlayer interessante Persönlichkeiten aus ganz Deutschland.

Gibt es noch genug junge Menschen, die sich für einen Job in einer Stadtverwaltung interessieren?

Seit der Corona-Pandemie verzeichnen wir in sämtlichen Bereichen der Stadtverwaltung wieder erhöhte Bewerberzahlen. Aufgrund unseres vielfältigen Ausbildungsangebots ist auch im öffentlichen Dienst für viele Geschmäcker etwas dabei. So bilden wir nicht nur im klassischen Verwaltungsbereich aus, sondern auch im technischen, handwerklichen und sozialen Bereich. Die umfangreichen Möglichkeiten der Ausbildungs- und Studiengänge sorgen neben den Perspektiven zur Weiterbildung und dem sicheren Arbeitsplatz durchaus wieder für eine gewisse Attraktivität des öffentlichen Dienstes – speziell natürlich für unsere Stadt Hof gesprochen! Ich gehe aber davon aus, dass sämtliche Einrichtungen und Behörden die Zeichen der Zeit erkannt haben und im Bereich der Nachwuchskräftegewinnung aktiver denn je sind.

Bezeichnend ist aber nicht nur die Quantität der Bewerbungen. Wir freuen uns jedes Jahr wieder über die Qualität unserer Auszubildenden und Studierenden, die ein enormes Potential mitbringen und entgegen so mancher Vorurteile sehr viel bewegen, ihre Ideen einbringen und die Zukunft der öffentlichen Einrichtungen bedeuten. Gerade deshalb ist es auch so wichtig, die jungen Menschen auf ihrem beruflichen Weg zu begleiten, ihnen bei Problemen zur Seite zu stehen, sie aber auch zu fordern und gleichzeitig zu fördern. Diese gesunde Mischung sorgt auch dafür, dass sich junge Leute langfristig intrinsisch für die Arbeit am Gemeinwohl motivieren.

Sie verantworten die Personalentwicklung der Stadt Hof. Was ist hier die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung liegt sicherlich darin, die verschiedensten Bedürfnisse aller Mitarbeitenden im Blick zu behalten. Letztlich arbeiten wir als Personalentwicklung für alle Mitarbeitenden. Das reicht von Reinigungskräften, Hausmeistern, Bauhof-Mitarbeitenden und vielen weiteren Mitarbeitenden bis hin zu den Unternehmensbereichsleitungen, die für einen großen Bereich verantwortlich sind. In Hinsicht auf die verschiedenen Interessen ist hierbei stets eine transparente, offene und ehrliche Kommunikation gefordert. Denn nicht immer geht es um eine bewilligte Fortbildungsmaßnahme oder um gewährte Freistellungstage für Auszubildende, um sich auf die Prüfungen vorbereiten zu können. Teil unserer Arbeit ist es auch, nachhaltige Personalplanung zu betreiben und hierfür in Zusammenarbeit mit allen Bereichen der Stadtverwaltung konstruktiv zusammen zu arbeiten.

Als Verantwortlicher für Fort- und Weiterbildungen befinde ich mich da in gewisser Weise auf einer Insel der Glückseligkeit, gerade weil wir in dem Bereich auch von der politischen Spitze Unterstützung spüren und das Bewusstsein für Perspektiven, Weiterqualifizierung und lebenslanges Lernen da ist. Ähnlich wie andere Einrichtungen des öffentlichen Dienstes befinden wir uns aber auch in einer finanziell schweren Lage, die uns in unseren Handlungsmöglichkeiten schon sehr stark einschränkt. Die Budgetfrage stellt uns deshalb vor allem mit Blick in die Zukunft schon vor große Herausforderungen.  

Warum bieten Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern so viele hausinterne Seminare an?

Hier bietet die vorherige Aussage eine schöne Überleitung. Wir bieten unseren Mitarbeitenden neben externen Fachseminaren seit 2022 ein breites Angebot an internen Kursen und Seminaren an. Diese interne Fortbildungsreihe erstreckt sich über verschiedene Themenbereiche wie u.a. Verwaltungswissen, Gesundheitsmanagement, Sozial- und Methodenkompetenz und die Führungskräfteentwicklung. Das Besondere am Seminarprogramm ist, dass wir neben externer Expertise in den Bereichen „Kommunikation“, „Methodenkompetenz“ und „Führungskräfte“ auch eine Vielzahl an städtischen Mitarbeitenden haben, die sich in verschiedenen Themenbereichen als Dozierende mit einbringen. So gibt es Angebote in Bereichen des Verwaltungswissens, der Informationstechnologie und des Gesundheitsmanagements. Ich persönlich biete beispielsweise Seminare zum Thema „Life Kinetik“ an und bringe mein Wissen im Rahmen von regelmäßigen Kursen für meinen Arbeitgeber mit ein. Als interner Dozent entwickelt man sich durch die Mitwirkung an der Fortbildungsreihe selbst weiter und verspürt das Gefühl, mit dem eigenen Wissen einen Mehrwert für die Teilnehmenden zu generieren.

Es ist uns wichtig, ein attraktives und umfassendes Seminarangebot für unsere Mitarbeitenden zu schaffen. Neben dem fachlichen Input, der für den eigenen Arbeitsalltag hilfreich und wichtig ist, geht es uns vor allem auch um die gemeinsame Vernetzung im städtischen Kollegenkreis. So kommt es beispielsweise vor, dass in einem Kommunikationsseminar Reinigungskräfte, Auszubildende und Fachbereichsleitungen gemeinsam sitzen und lernen und darüber hinaus auch einen persönlichen Austausch erleben. Eine tolle Möglichkeit, die wir unseren Kolleginnen und Kollegen gerne bieten und Jahr für Jahr mit zusätzlichen Angeboten erweitern wollen.

Nicht zuletzt lebt die interne Seminarreihe von allen Teilnehmenden und deren Feedback im Nachgang an die jeweiligen Kurse, wofür ich als Verantwortlicher des Seminarprogramms sehr dankbar bin. Wir nehmen konstruktive Feedbacks auf und integrieren Anregungen in den neuen Auflagen. Auch das schafft positive Resonanz unter den Mitarbeitenden und zeigt die Wertschätzung gegenüber der Belegschaft.

Sie setzen schon seit Jahren auf eine Seminarreihe mit dem Titel „Besser kommunizieren“. Warum?

Ich bin dankbar für diese Seminarreihe, die wir nun seit einigen Jahren integriert und stets weiterentwickelt haben. Zum Einen liegt das natürlich an Thomas Schlayer, der seit einiger Zeit mit seiner Expertise zum Thema Kommunikation das Bewusstsein für diesen Aspekt unter unseren Mitarbeitenden schärft und als anerkannter Dozent bei uns im Haus gilt. Sowohl sein kommunikativer Ansatz als auch der spielerische Aspekt der „Muschelwährung“ sorgt für eine überaus angenehme Atmosphäre in den Kursen. Als eifriger Sammler von persönlichen Seminarmuscheln weiß ich, wovon ich hier spreche und kann Kommunikationsseminare mit Thomas Schlayer nur wärmstens empfehlen.

Gerade die inhaltliche Schwerpunktsetzung der einzelnen Termine führt dazu, dass neben Grundlagen zur Kommunikation immer wieder spezifisches Wissen vermittelt wird. So kann man mit der Fortbildungsinsel verschiedenste Themen wie Konstruktiver denken, Konflikte lösen, Souveräner argumentieren bis hin zum Audio- und Videotraining konzipieren. Bei Bedarf lassen sich in Rücksprache mit Thomas Schlayer auch problemlos weitere Termine, kleine inhaltliche Änderungen sowie schwerpunktmäßige Anpassungen vereinbaren. Durch seine persönliche Reflexion hinterfragt Thomas Schlayer seine eigenen Kurse und passt bei Optimierungsbedarf sehr gerne die Kurse nach den Bedürfnissen unserer Mitarbeitenden an.

Sowohl die Ausgestaltung der Kurse als auch der jederzeit wertschätzende Umgang lassen uns als Stadt Hof auf eine bisher sehr erfolgreiche Zusammenarbeit zurückblicken. Natürlich hoffen wir darauf, auch in Zukunft das wichtige Thema „Kommunikation“ mit der Fortbildungsinsel abzudecken.

Was ist Ihrer Meinung nach der größte Schlüssel für Kommunikationserfolge im Alltag?

Kommunikation ist für unseren Alltag enorm wichtig. Das gilt für jede Lebenssituation. Das Spannende daran ist, dass man sich selbst als Lernwilliger des Themas immer wieder in Situationen ertappt, bei denen man sich denkt „Das hätte man jetzt kommunikativ anders lösen können“. Ich bin der Meinung, dass es darum auch geht. Wenn ich mich kritisch hinterfrage und meine Kommunikation reflektiere, bin ich schon weiter als ein Großteil der Menschen da draußen, die sich mit dem Thema nicht beschäftigen.

Für mich ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Kommunikation eine Mischung aus verschiedenen Attributen. Klar, transparent, offen, ehrlich, authentisch, konstruktiv. Dass das nicht immer perfekt klappt, ist selbstredend. Umso wichtiger ist es meiner Meinung nach, sich selbst zu reflektieren, um in Zukunft kommunikationsstärker durch die Welt zu gehen. Wenn man sich das zu Herzen nimmt, danken es uns unsere Kollegen, die Familie, Mannschaftskollegen oder aber auch die Mitarbeiterin an der nächsten Supermarktkasse.

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Robin Kamprath ist Ausbildungsleiter und Personalentwickler der Stadtverwaltung Hof. Er trägt für ca. 50 Auszubildende Verantwortung und steht für transparente ehrliche Kommunikation. Seine Mission: junge Menschen auf ihrem beruflichen Weg begleiten und Mitarbeitende in der eigenen Weiterentwicklung fördern. Seit 2025 ist er außerdem zertifizierter Life Kinetik® Trainer. Er bietet im Rahmen der internen Fortbildungsreihe der Stadt Hof Kurse mit ungewöhnlichen, spaßigen Übungen an, die die Aspekte Bewegung, Wahrnehmung und Kognition miteinander verbinden und das Gehirn dadurch leistungsfähiger machen. Direkt-Link zur Stadt Hof: www.hof.de

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